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Kurz zusammengefasst
Die Wahl zwischen Autónomo (Einzelunternehmer) und Sociedad Limitada (S.L.) entscheidet über Haftung, Steuerlast und Skalierbarkeit. Als Autónomo haften Sie mit dem gesamten Privatvermögen und zahlen IRPF progressiv (19–47 %). Die S.L. begrenzt die Haftung auf das Gesellschaftskapital und unterliegt der Körperschaftsteuer (25 %, für Startups 15 %). Ab etwa 60.000 € Jahresumsatz lohnt oft der Wechsel zur S.L. Entscheidend: steuerliche Ansässigkeit klären, Beckham Law (24 % Flat Tax) rechtzeitig beantragen (Modelo 149, 6 Monate Frist) und die deutsche Wegzugsbesteuerung vor dem Zuzug planen.
Die wichtigsten Punkte
- Rechtsform: Autónomo = 0 € Mindestkapital, unbeschränkte Haftung, IRPF progressiv. S.L. = ab 1 € (empfohlen 3.000 €), Haftung begrenzt, Körperschaftsteuer 25 % (Startups 15 %).
- Umsatzgrenze: Ab ca. 60.000 € p.a. übersteigt die progressive IRPF die fixe Körperschaftsteuer – dann lohnt die S.L.
- Steuerliche Ansässigkeit: Bereits ein Kriterium erfüllt (183 Tage, wirtschaftlicher Mittelpunkt oder Lebensmittelpunkt Familie in Spanien) macht Sie zum Residente Fiscal mit Welteinkommensbesteuerung.
- Beckham Law: 24 % Pauschalsteuer auf Arbeitseinkommen bis 600.000 €, 6 Jahre. Auslandseinkünfte in Spanien steuerfrei. Modelo 149 innerhalb 6 Monate nach Aufnahme der Tätigkeit; Kausaler Link (Arbeitsvertrag vor Zuzug) zwingend.
- Balearen: Vermögensteuer Freibetrag 3 Mio. € pro Person; Erbschaft/Schenkung Ehegatten/Kinder/Eltern seit Juli 2023 100 % befreit.
- Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG): Bei Wegzug Besteuerung stiller Reserven (≥1 % Beteiligung, 7 von 12 Jahren). Stundung nur mit Sicherheitsleistung; Liquidität vorher planen.
- S.L.-Gründung: NIE/NIF → Namensreservierung → Kapitaleinzahlung → Notarielle Beurkundung → Handelsregister → Modelo 303, 111, 202, 720.
Häufige Fragen
Wann lohnt sich der Wechsel vom Autónomo zur S.L.?
Ab etwa 60.000 € Jahresumsatz übersteigt die progressive IRPF (bis 47 %) in der Regel die fixe Körperschaftsteuer (25 %, für qualifizierte Startups 15 %). Zusätzlich spricht die beschränkte Haftung der S.L. für den Wechsel, sobald Haftungsrisiken (Personal, Handel, Investitionen) steigen.
Was ist die 30 %-Falle beim Beckham Law?
Die Anrechnung ausländischer Steuern auf in Spanien versteuertes Einkommen ist auf maximal 30 % der spanischen Steuer auf dieses Einkommen begrenzt. Bei 24 % Flat Tax sind das effektiv nur 7,2 % anrechenbar – Rest kann zu Teil-Doppelbesteuerung führen.
Welche drei Kriterien bestimmen die steuerliche Ansässigkeit in Spanien?
Schon ein erfülltes Kriterium reicht: (1) mehr als 183 Tage Aufenthalt im Kalenderjahr in Spanien, (2) wirtschaftlicher Mittelpunkt in Spanien, (3) Ehepartner und/oder minderjährige Kinder mit gewöhnlichem Aufenthalt in Spanien (Vitalinteressen).
Was muss ich bei der S.L.-Gründung mit unter 3.000 € Kapital beachten?
Nach dem Gesetz „Crea y Crece“ müssen 20 % des Jahresgewinns in eine gesetzliche Rücklage fließen, bis 3.000 € erreicht sind. Das schränkt die kurzfristige Ausschüttung ein; oft ist 3.000 € Startkapital von vornherein sinnvoll.
Warum ist das richtige Modelo beim Beckham Law so wichtig?
Die Einkommensteuer muss mit Modelo 151 (nicht Modelo 100) abgegeben werden. Wer fälschlich Modelo 100 nutzt, kann den Sonderstatus unwiderruflich verlieren.
Wie plane ich die deutsche Wegzugsbesteuerung vor dem Umzug nach Spanien?
Wer mindestens 7 von 12 Jahren mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft hielt, unterliegt beim Wegzug der Exit Tax auf stille Reserven. Stundung über 7 Jahre ist möglich, erfordert aber oft Sicherheitsleistung (Bankbürgschaft, Grundschuld). Liquidität und Sicherheiten früh mit Steuerberater klären.
Welche Modelos sind nach S.L.-Gründung Pflicht?
Quartalsweise: Modelo 303 (IVA). Bei Personal: Modelo 111 (Quellensteuer). Jährlich/voraus: Modelo 202 (Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen). Bei Auslandsvermögen über 50.000 €: Modelo 720.
Sind Erbschaft und Schenkung auf den Balearen noch besteuert?
Seit Juli 2023 sind Erbschaften und Schenkungen zwischen Ehegatten, Kindern und Eltern (Gruppen I & II) auf den Balearen zu 100 % von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit.
Autónomo vs. S.L.: Strategischer Leitfaden zur Existenzgründung und Besteuerung in Spanien (2025/2026)
1. Einleitung: Spanien als Zielstaat für deutsche Unternehmer
Spanien, insbesondere Mallorca, hat sich als attraktiver Standort für deutsche Unternehmer etabliert, dank des innovativen Startup-Gesetzes und günstiger steuerlicher Rahmenbedingungen. Die Wahl der richtigen Rechtsform ist entscheidend für langfristigen Vermögensschutz und steuerliche Effizienz, weshalb eine sorgfältige Planung der steuerlichen Ansässigkeit unerlässlich ist.
Spanien, und insbesondere die Balearen mit Mallorca als wirtschaftlichem Zentrum, hat sich in der Periode 2025/2026 als einer der dynamischsten Standorte für europäische Unternehmer etabliert. Die Transformation vom Ferienparadies zum High-Tech- und Investitionsstandort wurde durch das innovative Startup-Gesetz (Ley de Startups) massiv beschleunigt. Für den deutschen Investor oder Entrepreneur bietet dieses Umfeld nicht nur eine gesteigerte Lebensqualität, sondern auch steuerliche Rahmenbedingungen, die bei korrekter Ausgestaltung eine signifikante Optimierung der Abgabenlast ermöglichen.
Aus einer senior-strategischen Perspektive ist die Wahl der Rechtsform jedoch kein isolierter Gründungsakt, sondern das Fundament für langfristigen Vermögensschutz und steuerliche Effizienz. Fehlentscheidungen in der Frühphase führen oft zu unnötigen Belastungen durch das Welteinkommensprinzip. Daher beginnt jede fundierte Planung mit der präzisen Bestimmung der steuerlichen Ansässigkeit.
2. Die steuerliche Ansässigkeit: Das Fundament der Steuerpflicht
Die steuerliche Ansässigkeit in Spanien wird durch drei Kriterien bestimmt: die 183-Tage-Regel, den wirtschaftlichen Mittelpunkt sowie den Lebensmittelpunkt. Erfüllen Sie eines dieser Kriterien, gelten Sie als Steuerresident und unterliegen der unbeschränkten Steuerpflicht auf Ihr weltweites Einkommen und Vermögen.
Der Übergang von der beschränkten zur unbeschränkten Steuerpflicht in Spanien ist ein binärer Wendepunkt. Sobald Sie als Residente Fiscal gelten, unterliegt Ihr weltweites Einkommen und Vermögen dem Zugriff der Agencia Tributaria. Die strategische Steuerung dieses Zeitpunkts ist essenziell, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden und den Übergang aus dem deutschen Steuersystem rechtssicher zu gestalten.
Die Finanzbehörde nutzt drei primäre Kriterien, um die Ansässigkeit zu bestimmen. Das Erfüllen nur eines dieser Kriterien genügt für die Einstufung als Steuerresident:
Strategische Checkliste: Steuerliche Ansässigkeit in Spanien
- 183-Tage-Regel: Halten Sie sich mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien auf? Gelegentliche Abwesenheiten werden mitgezählt, es sei denn, Sie können eine steuerliche Ansässigkeit in einem Drittstaat lückenlos nachweisen.
- Wirtschaftlicher Mittelpunkt: Befindet sich der Schwerpunkt Ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten oder der Großteil Ihres Vermögens direkt oder indirekt auf spanischem Staatsgebiet?
- Lebensmittelpunkt (Vitalinteressen): Leben Ihr rechtlich nicht getrennt lebender Ehepartner und/oder Ihre abhängigen minderjährigen Kinder gewöhnlich in Spanien? Diese Vermutung ist zwar widerlegbar, erfordert jedoch eine hohe Beweislast.
Ist die Ansässigkeit geklärt, stellt sich unmittelbar die Frage nach der operativen Struktur: Einzelunternehmen oder Kapitalgesellschaft?
3. Rechtsformen im Vergleich: Autónomo vs. Sociedad Limitada (S.L.)
Der Hauptunterschied zwischen Autónomo und Sociedad Limitada (S.L.) liegt in der Haftung und den Gründungskosten. Während der Autónomo unbeschränkt haftet und geringe Gründungskosten hat, bietet die S.L. eine beschränkte Haftung auf das Gesellschaftskapital, erfordert jedoch höhere Gründungskosten und eine aufwendigere Buchhaltung.
Für deutsche Unternehmer ist die Abwägung zwischen dem Status als Autónomo (Selbstständiger) und der Gründung einer S.L. (entspricht der GmbH) von zentraler Bedeutung. Während der Autónomo durch administrative Einfachheit besticht, bietet die S.L. das entscheidende „Schutzschild“ der beschränkten Haftung. Ein Senior-Experte muss hier auf ein wichtiges Detail hinweisen: Die unbeschränkte Haftung des Autónomo umfasst das gesamte Privatvermögen – ein Risiko, das bei skalierenden Geschäftsmodellen oder investitionsintensiven Vorhaben strategisch nicht vertretbar ist.
Vergleichsmatrix der Betriebsformen 2025/2026
| Parameter | Autónomo (Einzelunternehmer) | Sociedad Limitada (S.L.) |
|---|---|---|
| Mindestkapital | 0 € | Ab 1 € (Empfehlung: 3.000 €)* |
| Haftung | Unbeschränkt (Privatvermögen) | Beschränkt auf Gesellschaftskapital |
| Gründungskosten | Minimal (ca. 0–100 €) | ca. 1.000 €–1.500 € (Notar, Register) |
| Buchhaltung | Einnahmen-Ausgaben-Rechnung | Doppelte Buchführung (Mercantile Standard) |
| Steuerliche Belastung | Progressiv (IRPF 19 %–47 %) | Körperschaftsteuer (25 % / 15 % für Startups) |
| Reputation | Individuell / Geringer | Professionell / Hoch (Corporate Image) |
*Wichtiger Hinweis für Startkapital unter 3.000 €: Gemäß dem Gesetz „Crea y Crece“ müssen Unternehmen, die mit weniger als 3.000 € gegründet werden, zwingend 20 % ihres Jahresgewinns in eine gesetzliche Gewinnrücklage überführen, bis der Schwellenwert von 3.000 € erreicht ist. Dies schränkt die kurzfristige Liquiditätsverfügbarkeit ein.
Strategischer Wendepunkt: Die Umsatzmarke von ca. 60.000 € p.a. markiert oft den „Breakeven“ für den Wechsel zur S.L., da ab diesem Punkt die progressive IRPF-Last die fixe Körperschaftsteuer übersteigt.
4. Das spanische Steuersystem: IRPF, IVA und Körperschaftsteuer
Das spanische Steuersystem umfasst die Einkommensteuer (IRPF) mit progressiven Sätzen, die von 19 % bis 47 % reichen, sowie eine Sparbasis mit niedrigeren Steuersätzen für Kapitalerträge. Die Körperschaftsteuer beträgt in der Regel 25 %, während die Mehrwertsteuer (IVA) bei 21 % liegt, mit ermäßigten Sätzen für bestimmte Branchen.
Spanien nutzt eine duale Struktur bei der Einkommensteuer, die strikt zwischen der allgemeinen Basis und der Sparbasis unterscheidet. Dies ist für HNWIs entscheidend, da Kapitalerträge oft einen Großteil des Cashflows ausmachen.
Einkommensteuer (IRPF) – Allgemeine Basis 2025
- Bis 12.450 €: 19 %
- 12.451 € bis 20.200 €: 24 %
- 20.201 € bis 35.200 €: 30 %
- 35.201 € bis 60.000 €: 37 %
- 60.001 € bis 300.000 €: 45 %
- Über 300.000 €: 47 %
Sparbasis (Base Imponible del Ahorro) – Stand 2025
Für Dividenden, Zinsen und Veräußerungsgewinne gelten attraktivere, flachere Sätze:
- Bis 6.000 €: 19 %
- 6.001 € bis 50.000 €: 21 %
- 50.001 € bis 200.000 €: 23 %
- 200.001 € bis 300.000 €: 27 %
- Über 300.000 €: 28 %
Körperschaftsteuer (IS): Der Regelsatz liegt bei 25 %. Innovative Neugründungen profitieren durch das Startup-Gesetz in den ersten beiden Gewinnjahren von einem reduzierten Satz von 15 %. Mehrwertsteuer (IVA): 21 % (Allgemein), 10 % (Ermäßigt – z. B. Hotels/Gastronomie), 4 % (Grundbedarf).
5. Regionale Privilegien: Vermögen- und Erbschaftsteuer auf den Balearen
Auf den Balearen profitieren Residenten von einem Freibetrag von 3 Mio. € bei der Vermögensteuer, während Ehepaare bis zu 6 Mio. € steuerfrei halten können. Zudem sind Erbschaften und Schenkungen innerhalb der direkten Familienlinie seit Juli 2023 zu 100 % steuerbefreit, was Mallorca als attraktiven Standort für Vermögenssicherung positioniert.
Mallorca hat sich durch autonome Gesetzgebung zu einem steuerlichen Schutzraum innerhalb Spaniens entwickelt, was für die generationenübergreifende Vermögenssicherung von unschätzbarem Wert ist.
- Vermögensteuer (Impuesto sobre el Patrimonio): Der Freibetrag für Residenten auf den Balearen wurde auf 3 Mio. € pro Person angehoben. Ein Ehepaar kann somit 6 Mio. € (zzgl. 300k € pro Person für den Hauptwohnsitz) steuerfrei halten.
- Achtung „Solidaritätssteuer“: Trotz regionaler Freibeträge greift ab einem Nettovermögen von 3 Mio. € die staatliche Solidaritätssteuer (IGF). Die gezahlte balearische Steuer wird jedoch angerechnet, was die effektive Mehrbelastung in vielen Fällen neutralisiert.
- Erbschaftsteuer: Seit Juli 2023 sind Erbschaften und Schenkungen zwischen Ehegatten, Kindern und Eltern (Gruppen I & II) zu 100 % befreit. Mallorca ist damit steuerlich attraktiver als viele deutsche Standorte für die Vermögensnachfolge.
6. Steuer-Turbo für Auswanderer: Beckham Law & Digital Nomad Visa
Das Beckham Law ermöglicht es Hochverdienern, in Spanien von einem Territorialitätsprinzip zu profitieren, wodurch Auslandseinkünfte steuerfrei bleiben. Die Pauschalsteuer beträgt 24 % auf Arbeitseinkommen bis 600.000 €, während die Anrechnung ausländischer Steuern begrenzt ist, was zu einer möglichen Teil-Doppelbesteuerung führen kann.
Das Sonderregime gemäß Art. 93 IRPF („Beckham Law“) ist das strategische Instrument für Hochverdiener. Es erlaubt einen Wechsel vom Welteinkommensprinzip zum Territorialitätsprinzip.
Die fiskalischen Eckpfeiler
- 24 % Pauschalsteuer auf Arbeitseinkommen bis 600.000 € (darüber 47 %).
- Steuerfreie Auslandseinkünfte: Dividenden, Zinsen oder Mieten (z. B. aus Deutschland) bleiben in Spanien komplett steuerfrei.
- Laufzeit: Jahr des Zuzugs plus 5 Folgejahre.
Die „30 %-Falle“ bei der Anrechnung
Oft wird übersehen, dass die Anrechnung ausländischer Steuern (z. B. auf Rest-Arbeitseinkommen im Ausland) begrenzt ist. Der Abzug ist auf den niedrigeren der beiden Beträge begrenzt:
- Tatsächlich im Ausland gezahlte Steuer.
- 30 % der spanischen Steuer, die auf dieses spezifische Einkommen entfällt. Bei einem Satz von 24 % bedeutet dies oft eine effektive Anrechnungsgrenze von nur 7,2 % (24 % × 0,30), was zu einer Teil-Doppelbesteuerung führen kann.
- Formular: Modelo 149.
- Frist: Strikt innerhalb von 6 Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit/Sozialversicherung.
- Kritischer Faktor: Der „Kausale Link“. Das Arbeitsverhältnis oder die Geschäftsführung muss vor dem physischen Zuzug vertraglich fixiert sein.
7. Die deutsche Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG)
Bei einem Umzug nach Spanien sollten Sie die deutsche Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG) unbedingt beachten. Hatten Sie in den letzten 12 Jahren mindestens 7 Jahre lang 1 % an einer Kapitalgesellschaft, wird ein fiktiver Verkauf besteuert. Eine Ratenzahlung über 7 Jahre ist möglich, erfordert jedoch Sicherheitsleistungen.
Ein Umzug nach Spanien ohne Vorbereitung der deutschen „Exit Tax“ ist ein gravierender Managementfehler. Hielten Sie in den letzten 12 Jahren mindestens 7 Jahre lang mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft, fingiert das Finanzamt beim Wegzug einen Verkauf.
Die Konsequenz: Stille Reserven werden sofort besteuert. Seit 2021 ist die zinslose Stundung Geschichte. Eine Ratenzahlung über 7 Jahre ist möglich, jedoch verlangt die deutsche Finanzverwaltung hierfür in der Regel eine Sicherheitsleistung (Collateral), wie z. B. Bankbürgschaften oder Grundschulden auf deutsche Immobilien. Die Liquiditätsplanung muss dies zwingend berücksichtigen.
8. Administrativer Fahrplan: Von der NIE zur Eintragung
Der administrative Fahrplan zur Gründung einer S.L. beginnt mit der Beantragung der NIE, gefolgt von der Namensreservierung, Kapitaleinzahlung, notariellen Beurkundung und der Eintragung ins Handelsregister. Abschließend erfolgt die Aktivierung beim Finanzamt zur Abgabe der erforderlichen Steuererklärungen.
Die Gründung einer S.L. ist ein Projektmanagement-Prozess in sechs Schritten:
- NIE/NIF-Zertifikat: Erhalt der Steuernummer für alle Gesellschafter/Geschäftsführer. Siehe NIE beantragen.
- Namensreservierung: Zertifikat des Registro Mercantil Central (3 Monate gültig).
- Kapitaleinzahlung: Bankkonto-Eröffnung und Einzahlung des Stammkapitals.
- Notarielle Beurkundung: Unterzeichnung der Escritura (Satzung).
- Handelsregister: Eintragung zur Erlangung der vollen Rechtsfähigkeit.
- Aktivierung & Modelos: Meldung beim Finanzamt zur Abgabe der Pflichtmeldungen:
- Modelo 303: Quartalsweise Umsatzsteuer (IVA).
- Modelo 111: Quellensteuer für Angestellte/Dienstleister.
- Modelo 202: Vorauszahlungen Körperschaftsteuer (3-mal jährlich).
- Modelo 720: Informationspflicht über Auslandsvermögen (> 50k €).
9. Entscheidungsmatrix & Insider-Tipps
Die Entscheidung zwischen Autónomo und S.L. hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Umsatzprognose, Haftungsrisiko und Investorenbedarf. Für deutsche Unternehmer ist es wichtig, die ENISA-Zertifizierung zu beantragen, das Timing der Meldung beim Einwohnermeldeamt zu beachten und eine geeignete Gestoría zu wählen, um den deutschen Anforderungen gerecht zu werden.
Strategische Entscheidungsmatrix
| Kriterium | Wählen Sie Autónomo, wenn … | Wählen Sie die S.L., wenn … |
|---|---|---|
| Umsatzprognose | Unter 60.000 € pro Jahr | Über 60.000 € pro Jahr |
| Haftungsrisiko | Gering (reine Beratung) | Mittel bis hoch (Handel, Personal) |
| Investoren | Nicht geplant | Erforderlich (Skalierbarkeit) |
| Steuersatz | Progressiv (bis 47 %) | Fix (25 % / 15 %) |
5 Insider-Tipps für deutsche Unternehmer
- ENISA-Zertifizierung: Startups sollten die ENISA-Zertifizierung beantragen, um den 15 % Steuersatz zu sichern. Wichtig: Nach 3 Monaten ohne Antwort gilt der Antrag durch „positives administratives Schweigen“ als genehmigt.
- Timing der Meldung: Melden Sie sich erst beim Einwohnermeldeamt (Empadronamiento) an, wenn der Arbeitsvertrag unterzeichnet ist, um die 6-Monats-Frist des Beckham Law nicht zu gefährden.
- Gestoría-Wahl: Eine rein spanische Buchhaltung genügt oft nicht den deutschen Dokumentationspflichten (z. B. für die Wegzugsbesteuerung). Nutzen Sie spezialisierte deutsch-spanische Kanzleien. Siehe Gestoría.
- Belegführung: In Spanien gilt eine striktere Formvorschrift für Rechnungen (Factura) als in Deutschland. Proforma-Rechnungen werden steuerlich nicht anerkannt.
- Beckham Law für Familien: Seit 2023 können Ehepartner und Kinder unter 25 Jahren mit in das 24 %-Regime einbezogen werden, sofern ihr Einkommen niedriger als das des Hauptantragstellers ist.
3 „Deadly Mistakes“ beim Beckham Law
- Modelo-Fehler: Die Abgabe der Steuererklärung über das Standardformular Modelo 100 statt des korrekten Modelo 151 kann zum unwiderruflichen Verlust des Status führen.
- Voraus-Residenz: Wer in den letzten 5 Jahren auch nur kurzzeitig steuerlich in Spanien ansässig war, ist gesperrt.
- Fristversäumnis: Die 6-Monats-Frist ist eine Ausschlussfrist. Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.
10. Schlussbemerkung
Die Schlussbemerkung hebt hervor, dass Spanien 2025/2026 für deutsche Unternehmer durch steuerliche Vorteile und das Beckham Law besonders attraktiv ist. Eine sorgfältige Planung des Umzugs nach Mallorca kann den Standort von einer Ferieninsel zu einem strategischen Vermögenswert transformieren, was langfristigen Vermögenserhalt fördert.
Spanien 2025/2026 bietet für deutsche Unternehmer ein regulatorisches Fenster von seltener Attraktivität. Während die Balearen durch die Abschaffung der Erbschaftsteuer und hohe Vermögensteuer-Freibeträge den langfristigen Vermögenserhalt begünstigen, ermöglicht das Beckham Law eine hocheffiziente operative Phase. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der synchronisierten Planung des Wegzugs aus Deutschland und des Zuzugs nach Spanien. Mit juristischer Präzision wird der Standort Mallorca so von der Ferieninsel zum strategischen Asset.

Steve und Dani am Cala Mesquida in der Nähe unserer Heimat Artà
Unsere Relocation-Erfahrung aus der Praxis
Wir haben es selbst erlebt - und als Service professionalisiert
Hallo, wir sind Steve und Dani. Steve Baka, Experte für Auswanderung nach Mallorca, ist 2023 mit seiner Familie (drei Kinder) nach Artà ausgewandert – im authentischen Nordosten der Insel.
Was wir damals nicht wussten: Eine Auswanderung nach Mallorca ist mehr als nur ein Umzug. Es sind umfangreiche Behördengänge, Formulare, Anmeldungen und bürokratische Hürden. Genau diese operativen Schritte setzen wir heute als Relocation Agentur strukturiert für unsere Kundinnen und Kunden um.
Unser Anspruch: Sie bekommen nicht nur Tipps, sondern einen klaren Ablauf mit Prioritäten, Dokumentenliste und Begleitung bei den kritischen Behörden-Themen - damit aus Unsicherheit ein planbarer Prozess wird.
Warum wir die richtigen Ansprechpartner sind
Wir (Steve Baka, Familie mit drei Kindern) leben seit 2023 auf Mallorca und haben NIE, Residencia, Empadronamiento, Gewerbeanmeldung und Steuerfragen vor Ort durchlaufen. Aus dieser Praxis kennen wir die reale Bürokratie, die Wahl zwischen Autónomo und S.L. sowie die Fallstricke beim Beckham Law und bei der Wegzugsbesteuerung.















