Stand: 09.02.2026

Krankenversicherung Spanien

Krankenversicherung Spanien

Die Krankenversicherung in Spanien ist für Expats unerlässlich, um Zugang zu medizinischen Dienstleistungen und Schutz vor hohen Gesundheitskosten zu gewährleisten. Es gibt sowohl staatliche als auch private Optionen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Versicherten zugeschnitten sind.

Kurz zusammengefasst

Spanien verfügt über ein duales Gesundheitssystem: das öffentliche Sistema Nacional de Salud (SNS) und private Versicherungen (Seguro de Salud). Zugang zum SNS erhalten Sie als Arbeitnehmer/Selbstständiger über die Seguridad Social, als Rentner über das S1-Formular oder als Nichterwerbstätiger über das Convenio Especial (ab 60 €/Monat). Für die Residencia benötigen Nichterwerbstätige eine private Krankenversicherung ohne Selbstbeteiligung. Wichtige Anbieter sind DKV (ab ca. 37 €/Monat) und Sanitas (ab ca. 65 €/Monat). Für Rückkehrer nach Deutschland gilt: Ab 55 Jahren ist ein Wechsel zurück in die GKV praktisch unmöglich – planen Sie langfristig.

Die wichtigsten Punkte

  • Duales System: Spanien bietet öffentliche (SNS) und private Versicherungen (Seguro de Salud) – Sie können beides nutzen.
  • Administrative Grundlagen: NIE, Empadronamiento und Residencia sind Voraussetzung für den Zugang zum Gesundheitssystem.
  • Zugangswege SNS: Als Arbeitnehmer/Selbstständiger über Seguridad Social, als Rentner über S1-Formular, als Nichterwerbstätiger über Convenio Especial (60-157 €/Monat).
  • Residencia-Anforderung: Nichterwerbstätige benötigen für die Residencia eine private Versicherung ohne Selbstbeteiligung (sin Copago).
  • Private Anbieter: DKV (budgetfreundlich, ab 37 €/Monat) und Sanitas (Premium, ab 65 €/Monat) sind die Top-Anbieter für Expats.
  • Lokale Versorgung Mallorca: Exzellente private Kliniken (Quirónsalud, Juaneda) und deutsche Ärztezentren (DFZ) auf der Insel verfügbar.
  • Rückkehr nach Deutschland: Ab 55 Jahren ist ein Wechsel zurück in die GKV praktisch unmöglich – die Wahl Ihrer spanischen Versicherung hat langfristige Konsequenzen.

Häufige Fragen

Weiterführende Informationen:

Krankenversicherung in Spanien: Der ultimative Leitfaden für deutsche Auswanderer

Einleitung

Ihr Wegweiser durch das spanische Gesundheitssystem

Ein erfolgreicher Start ins neue Leben auf Mallorca steht und fällt mit einer soliden Planung – und kaum ein Thema ist dabei so strategisch bedeutsam wie die Wahl der richtigen Krankenversicherung. Spanien verfügt über ein duales System, das aus einer hochwertigen öffentlichen Gesundheitsversorgung (Sistema Nacional de Salud, SNS) und einem vielfältigen Angebot an privaten Versicherungsoptionen (Seguro de Salud) besteht. Die Entscheidung zwischen diesen Wegen oder einer Kombination aus beiden hängt maßgeblich von Ihrer persönlichen Lebens- und Arbeitssituation ab. Dieser Leitfaden wurde entwickelt, um Ihnen Klarheit zu verschaffen und Sie sicher durch den Dschungel der Optionen zu navigieren, egal ob Sie als Angestellter, Selbstständiger, Rentner oder Privatier auf die Insel kommen. Um den richtigen Weg zu finden, müssen wir zunächst die administrativen Grundlagen schaffen, die den Zugang zum System erst ermöglichen. Für einen umfassenden Überblick empfehlen wir unseren Guide zum Auswandern nach Mallorca.

1. Administrative Grundlagen

Der Schlüssel zum Systemzugang

Bevor Sie sich für eine Krankenversicherung entscheiden können, ist eine korrekte administrative Registrierung in Spanien unerlässlich. Diese Schritte sind die Grundvoraussetzung für nahezu alle weiteren Behördengänge und bilden das Fundament für Ihren legalen Aufenthalt und den Zugang zum Gesundheitssystem. Es ist entscheidend, diese Formalitäten in der richtigen Reihenfolge zu erledigen.

1.1. Die NIE-Nummer

[Número de Identidad de Extranjero]

Die NIE-Nummer ist Ihre universelle Identifikations- und Steuernummer als Ausländer in Spanien. Sie ist für fast alle formellen Handlungen erforderlich, vom Kauf einer Immobilie über die Eröffnung eines Bankkontos bis hin zum Abschluss eines Arbeitsvertrags. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die alleinige Zuteilung einer NIE – oft als "weiße NIE" auf einem einfachen DIN-A4-Blatt ausgestellt – noch keinen legalen Wohnsitz begründet und somit auch keinen Anspruch auf öffentliche Gesundheitsversorgung bietet. Sie ist lediglich der erste, grundlegende Baustein Ihrer administrativen Identität.

1.2. Das Empadronamiento

Meldung im Einwohnermelderegister

Das "Empadronamiento" ist die offizielle Anmeldung Ihres Wohnsitzes bei der zuständigen Gemeinde ("Ayuntamiento"). Mit dieser Registrierung werden Sie offiziell zum Einwohner Ihrer Gemeinde auf Mallorca. Dieses Dokument ist von zentraler Bedeutung, da es die Voraussetzung für den Zugang zu lokalen Dienstleistungen ist, einschließlich der Registrierung in Ihrem nächstgelegenen Gesundheitszentrum ("Centro de Salud"). Für die Beantragung der spanischen Gesundheitskarte muss die Meldebescheinigung in der Regel aktuell sein und darf nicht älter als drei Monate sein.

1.3. Die Residencia

Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión

Die "Residencia", oft auch als "grüne NIE" bezeichnet, ist das entscheidende Dokument, das Ihren legalen Aufenthalt als EU-Bürger in Spanien bescheinigt. Nach einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten ist die Beantragung verpflichtend. Um die Residencia zu erhalten, müssen Sie eine der folgenden Voraussetzungen nachweisen:

  • Sie sind in Spanien angestellt oder selbstständig tätig.
  • Sie sind nichterwerbstätig und können nachweisen, dass Sie über ausreichende finanzielle Mittel und einen umfassenden Krankenversicherungsschutz verfügen.

Diese drei Dokumente – NIE, Empadronamiento und Residencia – bauen hierarchisch aufeinander auf. Sie sind die unverzichtbaren administrativen Schlüssel, die Ihnen den Weg ebnen, um den für Sie passenden Krankenversicherungsschutz in Spanien zu beantragen und zu sichern.

2. Wege in die öffentliche Gesundheitsversorgung Spaniens (SNS)

Das spanische öffentliche Gesundheitssystem (Sistema Nacional de Salud, SNS) genießt international einen hervorragenden Ruf und basiert auf dem Prinzip der universellen Versorgung. Ein zentrales Merkmal ist das "Gatekeeper"-Prinzip: Ihre erste Anlaufstelle ist immer der Allgemeinarzt ("Médico de Familia") im lokalen Gesundheitszentrum ("Centro de Salud"). Dieser koordiniert Ihre gesamte Behandlung und stellt bei Bedarf Überweisungen an Fachärzte oder Krankenhäuser aus. Der Zugang zum SNS ist für Residenten über verschiedene Wege möglich, die von Ihrer beruflichen Situation oder Ihrem Status als Rentner abhängen.

2.1. Für Arbeitnehmer und Selbstständige

"Autónomos"

Sowohl Angestellte als auch Selbstständige ("Autónomos") erwerben durch ihre obligatorischen Beiträge an die spanische Sozialversicherung ("Seguridad Social") automatisch einen Anspruch auf die öffentliche Gesundheitsversorgung. Während bei Angestellten die Beiträge direkt vom Gehalt abgeführt werden, müssen Selbstständige ihre Beiträge selbst entrichten. Seit 2023 basiert das Beitragssystem für Selbstständige auf dem tatsächlichen Nettoeinkommen. Dies bedeutet, dass die Höhe der monatlichen Beiträge direkt von den erzielten Gewinnen abhängt.

Beitragsgrundlagen für Selbstständige (2026)

Nettoeinkommen Euro / MonatGrundlage Minimum Euro / MonatGrundlage Maximum Euro / Monat
<= 670653,59718,94
> 670 y <= 900718,95900,00
> 900 y < 1.166,70849,671.166,70
>= 1.166,70 y <= 1.300960,501.300
> 1.300 y <= 1.500970,401.500
> 1.500 y <= 1.700970,401.700
> 1.700 y <= 1.8501.161,901.850
> 1.850 y <= 2.0301.227,302.030
> 2.030 y <= 2.3301.293,602.330
> 2.330 y <= 2.7601.383,302.760
> 2.760 y <= 3.1901.466,703.190
> 3.190 y <= 3.6201.549,003.620
> 3.620 y <= 4.0501.641,304.050
> 4.050 y <= 6.0001.775,305.101,20
> 6.0001.976,405.101,20

Auf die gewählte Bemessungsgrundlage wird ein allgemeiner Beitragssatz von 31,5 % angewendet. Daraus ergibt sich für 2026 ein Mindestbeitrag von ca. 206,- € und ein Höchstbeitrag von ca. 1.607,- € pro Monat. Für neue Selbstständige gibt es eine wichtige Vergünstigung: Die "Tarifa Plana" ermöglicht es, in den ersten 12 Monaten einen reduzierten Pauschalbeitrag von 80 € pro Monat zu zahlen, unabhängig vom Einkommen.

2.2. Für Rentner

Für deutsche Rentner, die ihren Lebensabend auf Mallorca verbringen und ausschließlich eine Rente aus Deutschland beziehen, ist der Weg in das spanische Gesundheitssystem klar geregelt.

  • Schritt 1: Das S1-Formular: Dieses Dokument ist der Schlüssel. Sie müssen es bei Ihrer deutschen gesetzlichen Krankenkasse beantragen. Das S1-Formular fungiert als Bescheinigung, dass Ihr Anspruch auf Gesundheitsleistungen in Spanien zu Lasten des deutschen Systems besteht.
  • Schritt 2: Registrierung in Spanien: Mit dem erhaltenen S1-Formular gehen Sie zur spanischen Sozialversicherungsanstalt (Instituto Nacional de la Seguridad Social, INSS). Dort wird das Dokument registriert, wodurch Ihr Recht auf Gesundheitsfürsorge in Spanien offiziell anerkannt wird.
  • Leistungsumfang: Nach der Registrierung haben Sie Anspruch auf medizinische Versorgung in Spanien zu exakt denselben Bedingungen wie ein spanischer Versicherter. Ein großer Vorteil: Bei vorübergehenden Aufenthalten in Deutschland können Sie weiterhin wie gewohnt Ihre deutsche Krankenversicherungskarte nutzen.
  • Sonderfall Privatversicherte: Rentner, die in Deutschland privat versichert sind, erhalten kein S1-Formular. Um die Residencia zu beantragen, müssen sie ihren umfassenden Versicherungsschutz durch eine Bescheinigung ihrer privaten Krankenkasse nachweisen.

2.3. Für Nichterwerbstätige

Das "Convenio Especial"

Für Residenten, die keinen anderweitigen Anspruch auf öffentliche Gesundheitsversorgung haben – wie beispielsweise Frührentner oder Privatiers – bietet das "Convenio Especial" eine wertvolle Lösung. Es handelt sich hierbei um eine kostenpflichtige, freiwillige Versicherung innerhalb des öffentlichen Systems. Die Kernmerkmale des Convenio Especial sind:

  • Voraussetzung: Sie müssen mindestens 12 Monate ununterbrochen und legal in Spanien ansässig gewesen sein.
  • Vorteil: Es gibt keine Gesundheitsprüfung und Vorerkrankungen werden nicht ausgeschlossen. Dies macht es zu einer attraktiven Option für Personen, denen der Zugang zu privaten Versicherungen erschwert oder nur mit hohen Aufschlägen möglich wäre.
  • Kostenstruktur: Die Monatsgebühren sind ausschließlich vom Alter abhängig: * 60 € für Personen unter 65 Jahren. * 157 € für Personen ab 65 Jahren.
  • Leistungsumfang: Sie erhalten vollen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem, einschließlich Ärzten, Krankenhäusern und Operationen.
  • Wichtige Einschränkung: Die Kosten für Medikamente im ambulanten Bereich ("outpatient pharmaceutical services") müssen zu 100 % vom Patienten selbst getragen werden.
  • Zuständigkeit auf Mallorca: Der Antrag für das Convenio Especial wird beim balearischen Gesundheitsdienst "Ib-Salut" gestellt.

2.4. Die Gesundheitskarte

"Tarjeta Sanitaria Individual" (TSI / SIP-Karte)

Unabhängig davon, auf welchem Weg Sie den Zugang zum öffentlichen System erlangt haben, ist die "Tarjeta Sanitaria Individual" (TSI), oft auch SIP-Karte genannt, Ihr persönliches Dokument für den Leistungsbezug. Sie identifiziert Sie als Nutzer des Systems und ist unerlässlich für die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Ihre wichtigsten Funktionen sind:

  • Identifizierung in allen öffentlichen Gesundheitszentren und Krankenhäusern.
  • Zugang zu Medikamenten in Apotheken über das elektronische Rezept ("Receta Electrónica"). Der Arzt speichert die Verschreibung digital auf der Karte.
  • Online-Vereinbarung von Arztterminen über die Webseiten der Gesundheitsbehörden.

Diese Karte ist Ihr Schlüssel zur Nutzung aller öffentlichen Leistungen. Für viele Auswanderer stellt sich jedoch die Frage, ob das öffentliche System allein ausreicht oder ob eine private Alternative sinnvoll ist.

3. Die Private Krankenversicherung (Seguro de Salud)

Eine wertvolle Alternative

Trotz der hohen Qualität des öffentlichen spanischen Gesundheitssystems entscheiden sich viele Auswanderer zusätzlich oder ausschließlich für eine private Krankenversicherung (Seguro de Salud). Die Gründe dafür sind vielfältig und oft sehr pragmatisch:

  1. Verkürzung von Wartezeiten: Im öffentlichen System kann es, insbesondere für Facharzttermine und planbare Operationen, zu erheblichen Wartezeiten kommen, die oft mehrere Monate betragen. Private Versicherungen ermöglichen einen deutlich schnelleren Zugang.
  2. Direkter Zugang zu Fachärzten: Im Gegensatz zum "Gatekeeper"-Prinzip des SNS können Sie mit einer privaten Versicherung Spezialisten direkt und ohne vorherige Überweisung durch einen Hausarzt konsultieren.
  3. Sprachkomfort: In privaten Kliniken und Praxen ist die Wahrscheinlichkeit, auf deutsch- oder englischsprachiges Personal und Ärzte zu treffen, wesentlich höher, was die Kommunikation erheblich erleichtert.
  4. Voraussetzung für die Residencia: Wie bereits erwähnt, ist der Nachweis einer umfassenden privaten Krankenversicherung für Nichterwerbstätige eine zwingende Voraussetzung, um die Residencia zu erhalten.

3.1. Anbieter-Vergleich

DKV vs. Sanitas

Zwei der prominentesten Anbieter für Auswanderer in Spanien sind DKV und Sanitas. Beide bieten hochwertige Tarife an, unterscheiden sich jedoch in ihrer Positionierung und Preisstruktur.

Anbieter-Vergleich: DKV vs. Sanitas

MerkmalDKVSanitas
PositionierungBudgetfreundlicher, stark auf Auswanderer ausgerichtetPremium-Anbieter mit eigenem Kliniknetzwerk
Kosten (Beispiel ohne Zuzahlung)Beginnt bei ca. 37 € / MonatBeginnt bei ca. 64,69 € / Monat
NetzwerkgrößeSehr groß, über 51.000 Mediziner in ganz SpanienStark auf eigenes Kliniknetzwerk fokussiert, dadurch teils regional begrenzt
Expat-ServicesExplizit erwähnt: 24/7 englischsprachiger Support, für Visa-Anträge optimiertBietet Auswanderer-Pläne, mehrsprachiger Support verfügbar
ZahnleistungenOft in umfassenden Plänen enthaltenStärke liegt im Netzwerk der eigenen "Milenium Dental" Kliniken

Wichtige externe Ressourcen für Versicherungsvergleiche und Beratung:

  • DKV Seguros: Direkter Zugang zu Tarifen und Online-Antrag
  • Sanitas: Premium-Anbieter mit eigenem Kliniknetzwerk
  • IberiaVersicherungsmakler: Professionelle Beratung und Vermittlung für Expats in Spanien, spezialisiert auf deutsche Auswanderer

Eine weitere interessante Option für Auswanderer bis 64 Jahre ist PassportCard. Dieser Anbieter zeichnet sich durch ein innovatives System aus, bei dem anfallende Kosten direkt über eine spezielle Bezahlkarte abgerechnet werden, sodass keine Vorkasse durch den Versicherten geleistet werden muss.

3.2. Gesundheitsversorgung speziell auf Mallorca

Für Mallorca Auswanderer auf Mallorca ist es hilfreich, die lokale medizinische Infrastruktur zu kennen. Die Insel verfügt über exzellente private Gesundheitseinrichtungen, die bei deutschsprachigen Residenten besonders beliebt sind.

  • Private Top-Kliniken: In Palma gelten insbesondere die folgenden Kliniken als führend:
    • Quirónsalud Palmaplanas
    • Clínica Rotger (gehört zur Quirónsalud-Gruppe)
    • Das Juaneda Hospitales Netzwerk (u.a. mit Standorten in Palma und Muro)
  • Deutsche Ärztezentren: Für eine Behandlung in der Muttersprache ist das Deutsche Facharzt Zentrum (DFZ) eine etablierte Anlaufstelle. Mit Standorten in Paguera und Palmanova bietet es eine breite Palette an Fachrichtungen mit deutschsprachigen Ärzten.

3. Private Krankenversicherung

Anbieter-Vergleich & Details

3.1. Weitere private Versicherer im Vergleich

Neben DKV und Sanitas gibt es weitere seriöse Anbieter, die auf Mallorca besonders attraktiv sind:

Adeslas

  • Zielgruppe: Familien und Selbstständige
  • Stärken: Sehr gute Deckung für Familien, umfassendes Netzwerk auf Mallorca
  • Besonderheit: Häufig günstiger als DKV/Sanitas, aber ebenfalls hohe Qualität
  • Kosten: Ab ca. 80-120 €/Monat pro Person
  • Website: Adeslas

Asisa

  • Zielgruppe: Selbstständige und Mittelständler
  • Stärken: Fokus auf präventive Medizin, sehr gute Zahnversicherung
  • Besonderheit: Starkes Netzwerk in den Ballungszentren, weniger in ländlichen Gebieten
  • Kosten: Ab ca. 70-100 €/Monat pro Person
  • Website: Asisa

Mapfre Salud

  • Zielgruppe: Familien und Rentner
  • Stärken: Sehr gute Deckung für Rentner, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Besonderheit: Tochtergesellschaft der Mapfre Versicherungsgruppe (großes Netzwerk)
  • Kosten: Ab ca. 75-110 €/Monat pro Person
  • Website: Mapfre Salud

Allianz Care

  • Zielgruppe: Expats und internationale Familien
  • Stärken: Mehrsprachige Hotline, internationale Deckung
  • Besonderheit: Ideal für Auswanderer, die viel reisen oder international arbeiten
  • Kosten: Ab ca. 100-150 €/Monat pro Person (je nach Deckung)
  • Website: Allianz Care

Cigna Global

  • Zielgruppe: High-End Auswanderer, Digitale Nomaden
  • Stärken: Weltweite Deckung, Auswanderer-freundliche Abwicklung
  • Besonderheit: Sehr teuer, aber beste internationale Abdeckung
  • Kosten: Ab ca. 200-400 €/Monat pro Person
  • Website: Cigna Global

3.2. Vergleichsmatrix

Was deckt welche Versicherung ab?

Vergleichsmatrix der Versicherungen

FeatureDKVSanitasAdeslasAsisaMapfre
Fachärzte ohne Überweisung
Krankenhauswahl⚠️ Limitierte Auswahl
Zahnbehandlung✅ Basis✅ Erweitert✅ Basis✅ ✅ Sehr gut✅ Basis
Vorsorgeuntersuchungen✅ ✅ Sehr gut
Mehrsprachiges Personal⚠️ Teilweise⚠️ Teilweise⚠️ Teilweise
Expat-Hotline
Preis/Leistung⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐

3.3. Tipp

Versicherungsmakler nutzen

Für eine fundierte Entscheidung empfehlen wir die Beratung über einen Versicherungsmakler, der auf Auswanderer spezialisiert ist:

  • IberiaVersicherungsmakler.com: Professionelle Beratung für deutsche Expats auf Mallorca
  • Vorteile: Unabhängige Beratung, Vergleich verschiedener Anbieter, Unterstützung bei der Antragsstellung
  • Kosten: Meist kostenlos (Makler erhält Provision von Versicherer)

4. Wichtige Überlegung

Die Rückkehr nach Deutschland

Auch wenn Sie planen, dauerhaft auf Mallorca zu leben, ist es strategisch klug, eine mögliche Rückkehr nach Deutschland in Ihre Überlegungen einzubeziehen. Besonders im Alter kann die Wahl Ihrer spanischen Krankenversicherung weitreichende Konsequenzen für Ihren Versicherungsstatus in Deutschland haben.

4.1. Die Hürde für über 55-Jährige

Eine der größten und oft übersehenen Hürden ist die gesetzliche Regelung zur Rückkehr in die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Für Personen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, ist ein Wechsel aus einer privaten Krankenversicherung – egal ob es sich um einen deutschen oder spanischen Vertrag handelt – zurück in die GKV nur noch in sehr engen Ausnahmefällen möglich. Diese Regelung soll verhindern, dass man in jungen Jahren von günstigen PKV-Beiträgen profitiert und im Alter mit steigenden Gesundheitskosten in das Solidarsystem der GKV zurückkehrt.

4.2. Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR)

Für viele Rückkehrer ist die Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) das finanzielle Ziel. Der Status ist sehr vorteilhaft, da die Beiträge primär auf die gesetzliche Rente und nicht auf andere Einkünfte wie Mieteinnahmen oder Privatrenten anfallen. Die zentrale Voraussetzung hierfür ist die "9/10-Regel": Sie müssen in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens zu mindestens 90 % gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Jahre, die Sie im Ausland mit einer privaten Versicherung verbracht haben, werden hier nicht angerechnet und können die Erfüllung dieser Voraussetzung gefährden oder unmöglich machen.

5. Fazit und Checkliste

Die Wahl der richtigen Krankenversicherung ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Auswanderung nach Mallorca. Es gibt keinen universellen "besten" Weg; die optimale Lösung hängt immer von Ihrer individuellen Lebenssituation ab. Ob Sie als Selbstständiger über die Sozialversicherung, als Rentner mit dem S1-Formular oder als Privatier über das Convenio Especial Zugang zum exzellenten öffentlichen System erhalten oder sich für die Flexibilität und den Komfort einer privaten Versicherung entscheiden – eine sorgfältige Abwägung ist unerlässlich. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur Ihre aktuellen Bedürfnisse, sondern auch langfristige Aspekte wie eine mögliche Rückkehr nach Deutschland.

Die folgende Checkliste soll Ihnen helfen, Ihre Situation zu analysieren und die nächsten Schritte zu planen:

  • Status bestimmen: Bin ich Arbeitnehmer, Selbstständiger, Rentner oder Nichterwerbstätiger?
  • Administrative Grundlagen prüfen: Habe ich bereits eine NIE, das Empadronamiento und die Residencia beantragt?
  • Zugangsweg identifizieren: Kommt für mich das S1-Formular, die reguläre Sozialversicherung oder das Convenio Especial in Frage?
  • Private Versicherung evaluieren: Benötige ich eine private Versicherung für die Residencia oder zur Ergänzung des öffentlichen Systems?
  • Lokale Optionen auf Mallorca prüfen: Welche Kliniken und Ärztezentren sind für mich relevant?
  • Langfristig planen: Habe ich die Konsequenzen für eine eventuelle Rückkehr nach Deutschland bedacht?

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