Kurz zusammengefasst
Beim Einzug auf Mallorca gibt es zwei Wege zum Stromvertrag: der kostenlose cambio de titularidad (Namenswechsel bei bestehendem Anschluss — der Standardfall bei Miete und Kauf) oder die alta de luz (Neuanschluss bzw. Reaktivierung, mit Gebühren und Wartezeit). Sie brauchen NIE, ein Konto mit IBAN, die CUPS-Nummer (steht auf jeder alten Rechnung) und Mietvertrag oder Escritura. Das Verteilnetz betreibt auf den Balearen Endesa/e-distribución; den Versorger (comercializadora) wählen Sie frei.
Die wichtigsten Punkte
- Standardfall: Beim Einzug in eine Wohnung mit aktivem Anschluss reicht der kostenlose Namenswechsel (cambio de titularidad) — keine Neuinstallation nötig.
- Unterlagen: NIE, IBAN, CUPS-Nummer, Adresse plus Mietvertrag oder Escritura; bei alten oder lange abgemeldeten Anschlüssen zusätzlich Boletín und ggf. Cédula de habitabilidad.
- Marktstruktur: Netzbetreiber (distribuidora) ist auf den Balearen Endesa/e-distribución — den Stromversorger (comercializadora) wählen Sie frei.
- Tarifwahl: Regulierter Tarif PVPC (stündliche Preise, nur über Referenzanbieter) oder freier Markt mit Festpreis.
- Potencia contratada: Die vertraglich vereinbarte Leistung (kW) bestimmt den Grundpreis — richtig dimensionieren spart dauerhaft Geld.
- Dauer: Namenswechsel meist in wenigen Tagen; echte alta wenige Tage bis 2–3 Wochen, mit Boletín länger (Stand 2026).
- Spartipp: Zeitfenster-Tarife (punta/llano/valle) nutzen und Vergleichsportal der CNMC prüfen.
Häufige Fragen
Was kostet die Strom-Anmeldung auf Mallorca?
Der Namenswechsel (cambio de titularidad) ist kostenlos. Eine echte alta kostet regulierte Gebühren, je nach Leistung meist ca. 50–250 € (Stand 2026, tagesaktuell prüfen); ein ggf. nötiges Boletín kommt hinzu.
Wie lange dauert es, bis der Strom läuft?
Bei aktivem Anschluss mit Namenswechsel: meist wenige Tage, oft ohne Unterbrechung. Bei einer alta: wenige Tage bis 2–3 Wochen; wenn ein Boletín erstellt werden muss, entsprechend länger.
Was ist die CUPS-Nummer und wo finde ich sie?
Der Código Universal del Punto de Suministro identifiziert Ihren Anschluss eindeutig (beginnt mit ES, 20–22 Zeichen). Sie steht auf jeder Stromrechnung — daher immer eine alte Rechnung des Vorbesitzers sichern.
Brauche ich ein spanisches Bankkonto für den Stromvertrag?
Nicht zwingend — SEPA-Lastschriften von deutschen Konten werden meist akzeptiert. Mit spanischer IBAN laufen Vertragsabschluss und Rückerstattungen aber erfahrungsgemäß reibungsloser.
PVPC oder Festpreis — was ist besser?
PVPC ist transparent und langfristig oft günstig, schwankt aber stündlich. Festpreis-Tarife im freien Markt sind planbarer. Wer Verbrauch in günstige Stunden verlagern kann, fährt mit PVPC häufig gut — Vergleich über das CNMC-Portal.
Was ist das Boletín und wann brauche ich es?
Das Certificado de Instalación Eléctrica (CIE) bescheinigt die Sicherheit der Elektroinstallation und ist 20 Jahre gültig. Nötig bei Neuanschlüssen, Leistungserhöhungen über den Bestand hinaus und lange abgemeldeten Altanschlüssen — ausgestellt von einem zugelassenen Elektriker.

Steve und Dani am Cala Mesquida in der Nähe unserer Heimat Artà
Unsere Relocation-Erfahrung aus der Praxis
Wir haben es selbst erlebt - und als Service professionalisiert
Hallo, wir sind Steve und Dani. Steve Baka, Experte für Auswanderung nach Mallorca, ist 2023 mit seiner Familie (drei Kinder) nach Artà ausgewandert – im authentischen Nordosten der Insel.
Was wir damals nicht wussten: Eine Auswanderung nach Mallorca ist mehr als nur ein Umzug. Es sind umfangreiche Behördengänge, Formulare, Anmeldungen und bürokratische Hürden. Genau diese operativen Schritte setzen wir heute als Relocation Agentur strukturiert für unsere Kundinnen und Kunden um.
Unser Anspruch: Sie bekommen nicht nur Tipps, sondern einen klaren Ablauf mit Prioritäten, Dokumentenliste und Begleitung bei den kritischen Behörden-Themen - damit aus Unsicherheit ein planbarer Prozess wird.
Aus unserer Praxis auf Mallorca
Wir (Steve Baka, Familie, seit 2023 auf Mallorca) haben Stromverträge auf der Insel selbst umgemeldet und dabei gelernt: Die letzte Rechnung des Vorbesitzers mit der CUPS-Nummer ist das wertvollste Dokument im ganzen Prozess. Wer sie beim Ein- oder Auszug sichert, erledigt den Namenswechsel in einem einzigen Telefonat oder Online-Formular.
Alta de luz oder Namenswechsel — was brauchen Sie wirklich?
Ist der Anschluss aktiv (Licht funktioniert), genügt der kostenlose cambio de titularidad beim Versorger. Nur wenn der Anschluss abgemeldet, gekappt oder neu ist, brauchen Sie eine alta de luz — mit Anschlussgebühren und technischer Prüfung.
Die Unterscheidung entscheidet über Aufwand und Kosten:
- Cambio de titularidad: Der Vertrag läuft weiter, nur Name und Konto ändern sich. Kostenlos, ohne Unterbrechung — danach können Sie jederzeit den Versorger wechseln.
- Alta de luz: Neuvertrag für einen abgemeldeten oder neuen Anschluss. Regulierte Gebühren (derechos de alta) von je nach Leistung ca. 50–250 € (Stand 2026, tagesaktuell prüfen); der Netzbetreiber aktiviert den Zähler.
Praxis-Tipp: Lassen Sie den Anschluss beim Auszug des Vorgängers nie abmelden — ein Namenswechsel ist immer schneller und günstiger als eine neue alta. Mehr zum Gesamtpaket unter Nebenkosten auf Mallorca.
Diese Unterlagen brauchen Sie
Für den Stromvertrag brauchen Sie NIE, eine IBAN für die Lastschrift, die CUPS-Nummer des Anschlusses, die genaue Adresse sowie Mietvertrag oder Escritura. Bei alten oder lange abgemeldeten Anschlüssen verlangt der Netzbetreiber zusätzlich ein Boletín (Certificado de Instalación Eléctrica).
| Dokument | Wofür | Woher |
|---|---|---|
| NIE | Identifikation im Vertrag | Extranjería / Gestoría |
| IBAN (spanisches Bankkonto empfohlen) | Lastschrift | Ihre Bank |
| CUPS-Nummer (ES + 20 Stellen) | Eindeutige Anschluss-ID | Alte Stromrechnung, Netzbetreiber |
| Mietvertrag oder Escritura | Nutzungsnachweis | Langzeitmiete / Immobilienkauf |
| Cédula de habitabilidad (ggf.) | Bewohnbarkeitsnachweis | Consell de Mallorca / Verkäufer |
| Boletín / CIE (ggf.) | Elektro-Zertifikat der Installation | Zugelassener Elektriker |
Die CUPS-Nummer (Código Universal del Punto de Suministro) identifiziert den Anschluss eindeutig — sie steht auf jeder Rechnung des Vorbesitzers. Ohne Rechnung ermittelt der Netzbetreiber sie über die Adresse, das dauert aber länger.
Das Boletín (Certificado de Instalación Eléctrica, CIE) ist maximal 20 Jahre gültig. Bei Altbauten oder lange abgemeldeten Anschlüssen verlangt e-distribución ein aktuelles Zertifikat vom zugelassenen Elektriker — meist ca. 100–300 € (Stand 2026, tagesaktuell prüfen).
Marktstruktur: Netzbetreiber vs. Versorger
Auf den Balearen betreibt Endesa-Tochter e-distribución das Verteilnetz — daran ändern Sie nichts. Den Stromversorger (comercializadora), der Ihnen die Rechnung stellt, wählen Sie dagegen frei: entweder einen Referenzanbieter mit reguliertem PVPC-Tarif oder einen Anbieter im freien Markt.
Die Trennung entspricht dem deutschen Modell Netzbetreiber/Stromanbieter. Zähler, Störungsdienst und technische alta laufen über Endesa/e-distribución; Verträge und Tarife über die comercializadora Ihrer Wahl — von Endesa Energía über Iberdrola bis zu Dutzenden kleineren Anbietern.
PVPC oder freier Markt?
- PVPC (Precio Voluntario para el Pequeño Consumidor): regulierter Tarif mit stündlich schwankenden Preisen, nur über sogenannte Referenzanbieter erhältlich. Transparent und oft günstig, aber mit Preisschwankungen — und Voraussetzung für den sozialen Bono Social.
- Freier Markt: Festpreis oder Zeitfenster-Tarife mit Vertragslaufzeit. Planbarer, dafür zahlen Sie eine Risikoprämie ein.
Neutraler Startpunkt für den Vergleich ist das offizielle Vergleichsportal (comparador) der CNMC.
Potencia contratada: der unterschätzte Kostenhebel
Der Grundpreis hängt an der potencia contratada — der vertraglich vereinbarten Leistung in kW. Typische Wohnungen kommen mit 3,45–4,6 kW aus; Häuser mit Pool, Klimaanlagen oder E-Auto-Ladung brauchen mehr. Jedes überflüssige Kilowatt kostet dauerhaft Grundgebühr; zu wenig potencia lässt die Sicherung fallen, wenn Backofen und Klimaanlage gleichzeitig laufen.
Für Haushalte gilt die Tarifstruktur 2.0TD mit drei Energiezeitfenstern: punta (teuer, werktags vormittags/abends), llano (mittel) und valle (günstig, nachts und am Wochenende). Wer Waschmaschine, Geschirrspüler und Ladevorgänge in die valle-Stunden legt, spart spürbar — relevant auch für die Heizkosten im mallorquinischen Winter.
Zur Orientierung: Ein typischer Haushalt zahlt grob 60–150 € pro Monat (Stand 2026, tagesaktuell prüfen — Preise schwanken). Gesamtbild: Lebenshaltungskosten auf Mallorca.
Ablauf und Dauer der Anmeldung
- Rechnung des Vorbesitzers besorgen (CUPS!) — idealerweise bei der Wohnungsübergabe.
- Versorger wählen: PVPC-Referenzanbieter oder freier Markt; Vergleich über den CNMC-comparador.
- Vertrag abschließen: online oder telefonisch, mit NIE, IBAN, CUPS und Nutzungsnachweis.
- Aktivierung abwarten: Namenswechsel meist wenige Tage; echte alta wenige Tage bis 2–3 Wochen, mit Boletín-Pflicht auch länger.
- Lastschrift kontrollieren: Erste Rechnung prüfen — Zeitfenster, potencia und Zählerstand.
Wer den Papierkram abgeben will: Eine Gestoría übernimmt die Ummeldung oft im Paket mit Wasser und Internet/Telefon — sinnvoll direkt nach dem Umzug.
Typische Stolpersteine
- Anschluss vom Vormieter abgemeldet: Aus dem 10-Minuten-Namenswechsel wird eine alta mit Gebühren und Wartezeit.
- Boletín abgelaufen: Bei Altbauten früh klären, ob das CIE noch gültig ist — sonst Elektriker einplanen.
- Falsche potencia übernommen: Die potencia des Vorbesitzers passt nicht automatisch zu Ihrem Verbrauch.
- Konto ohne spanische IBAN: SEPA-Lastschriften aus dem Ausland werden meist akzeptiert, mit spanischer IBAN läuft es aber reibungsloser.
- Ferienhaus: Bei selten genutzten Objekten lohnt ein Tarif mit niedriger Grundgebühr statt Festpreis-Paketen.

Über den Autor
Steve Baka
Relocation-Berater & Experte für Auswanderung nach Mallorca. Lebt seit 2023 mit seiner Familie in Artà, Mallorca.





